Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Hinweise zum Verfassen von Essays

Der Essay

Der Essay (frz. essai, dt. Versuch) ist ein knapper, anspruchsvoller, bewusst subjektiver Text über ein bestimmtes Thema aus dem wissenschaftlichen, politischen, philosophischen o. ä. Bereich.
Der Essay eignet sich für Themen, die Denkanstöße geben und somit Raum für eigene Überlegungen bieten. Ausgangspunkt kann ein Problem, eine These oder eine kontrovers diskutierte Fragestellung sein

Anforderungen an einen Essay

Das Schreiben von Essays soll die kritische Beurteilung und das Abwägen wissenschaftlicher Positionen fördern; dabei wird kein Anspruch auf vollständige Darstellung in allen Details erhoben, wichtiger ist die Betrachtung des Gegenstandes in einem größeren Gesamtzusammenhang.
Der Verfasser/die Verfasserin hat die Möglichkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse zusammen mit seinen/ihren persönlichen Beobachtungen und Eindrücken zu schildern. Auf diese Weise beleuchtet der Essay das Thema von verschiedenen Seiten assoziativ. Im Mittelpunkt steht jedoch die wissenschaftliche Argumentation, die zum Ausgangspunkt für Ergänzungen und Überlegungen genommen wird.

Hinweise zur Sprache eines Essays

Der Essay gilt sowohl in Bezug auf Inhalt und Aufbau als auch hinsichtlich der verwendeten Sprache als offene Form.
Die gewählte Sprache muss weniger trocken sein als der gängige akademisch-theoretische Jargon. Verständlichkeit ist Trumpf. Formulieren Sie Ihre eigenen Ansichten und Lösungsvorstellungen. Beziehen Sie persönlich Position, stellen Sie dabei deutlich Ihre eigene Meinung dar. Lassen Sie dies auch im Ausdruck klar erkennbar sein. Beispiel: Ich meine...; Nach meiner Beurteilung.....

Argumentative Strategie

Der Essay sollte eine Gliederung haben, die aus Einleitung, Hauptteil und Schluss besteht.
Zuerst erläutern Sie in der Einleitung den Ausgangspunkt Ihres Diskussionspapiers, anschließend beginnen Sie mit der Argumentation. Der Hauptteil enthält als umfangreichsten Abschnitt des Textes die Thesen und Beispiele, Ihre Argumentation.
Argumente unterteilen sich in zwei Bereiche, sie besitzen einen informativen und einen wertenden Anteil.
Es gibt viele Stile, Argumente vorzutragen. Überlegen Sie vorher die Argumente für und wider Ihre Position, welchen dieser Argumente Sie vertrauen bzw. welche Sie überzeugt haben, ob Sie mit bestimmten Argumenten grundsätzlich nicht einverstanden sind, ob Sie eine andere Perspektive als die Ihrige einnehmen können, welche vielleicht bisher nicht gesehenen Folgerungen aus der anderen Position folgen.
Der Schlussteil soll eigene abschließende Wertungen enthalten und nicht einfach nur zusammenfassen.

Zweite Bearbeitung

(Lassen Sie den Text ein paar Tage liegen! Das ist notwendig, um Abstand zu bekommen.)
Stellen Sie sich immer die Frage, ob Sie selbst (immer noch) mühelos Ihrer eigenen Argumentation folgen können. Bitte beachten Sie: Sie schreiben, um verstanden zu werden. Wenn Sie selbst es auf Anhieb nicht verstehen, ist irgendetwas "faul".

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